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OL Westfalen, 21. Spieltag
Spieldatum: 23.02.2007

Arminia Bielefeld II - SC Preußen 2:1 (0:1)

Aufstellung Arminia Bielefeld II
Formann - Jörgens (54. Ornatelli) , Stadel, Fischer, Schmidt - Kollmeier, Kocin (87. Zech), Tesche, Vacek (76. Yildiz) - Scherning, Danneberg
Aufstellung SC Preußen
Joswig - Matlik, Mehnert, Talarek, Caspers - Piorunek (79.Gurzynski), Ende, Gibson (89. Thamm), Siedschlag - Kampf (84.Antwerpen), Sowislo
(Trainer: Georg Kreß)
Tore: 0:1 Piorunek )6.), 1:1 Kollmeier (68.), 2:1 Tesche (70.)
Gelbe Karten: / Matlik, Antwerpen
Schiedsrichter: Andreas Stattrop (Krefeld)
Zuschauer: 3478, Schüco-Arena
Rund ums Spiel: Mit einem großen Polizeiaufgebot sicherte Bielefeld das Spiel. Hinter der Tribüne reihten sich dutzendfach Einsatzwagen der Polizei, Preußenfans wurden sogar in kleinen Gruppen eskortiert. Zum Schutz vor Bielefeldern oder umgekehrt? Mit 3500 Zuschauern war das Spiel ordentlich besucht. Im Bielefelder Block präsentierten die Gastgeber eine Reihe poetischer Kampfansagen á la Man kann vergessen, wo die Friedenspfeife begraben liegt, aber man vergisst nicht, wo das Beil liegt...
Spielbericht: So schnell kann Vorfreude umschlagen in bittere Enttäuschung. Gefreut hatten sich alle auf den Flutlichtabend auf der Alm. Wenn schon nicht gegen die erste Mannschaft, so doch zumindest als Sieger gegen die Zweite. Drei Mal trafen die Preußen und die kleinen Bielefelder aufeinander, drei Mal siegten die Preußen. Und an diesem milden Februarabend sollte Sieg Nummer Vier folgen. Sicherlich 1300 bis 1500 Preußenfans unter den knapp 3500 Zuschauern waren frohen Mutes in die ostwestfälische Ödnis gereist. Und nach wenigen Minuten schon hatten sie allen Grund zu jubeln. Dirk Caspers hob eine Flanke passgenau in die Mitte, Piorunek drückte den Ball zur schnellen Führung ins Netz.

Jetzt hätte das ganze Spiel den erhofften und gewohnten Gang gehen können. Hätte. Denn der SCP überraschte seine eigenen Fans (und auch die Gastgeber) mit einer ungewöhnlich gewählten Taktik. Weg vom Fußball, tendenziell mehr hin zu totaler Planlosigkeit und Lethargie. Man kann es eigentlich nicht in Worte fassen, was die Preußen in Bielefeld ablieferten. Arbeitsverweigerung wäre der falsche Ausdruck, denn der Wille war grundsätzlich da. Allerdings ausschließlich als abstrakte Idee, aus der keinerlei Handeln erwuchs.

Man sah solche Spiele schon häufiger in dieser Saison. Die Preußen entfachten keinerlei Druck aus dem Mittelfeld, Kapitän Alexander Ende stand völlig neben sich, Gibson rackerte völlig ineffektiv, nein, dieser SCP spottete jeder Beschreibung. Von Kreß' Idee, Piorunek neben Sowislo als Spitze aufzubieten, kann nach den Eindrücken aus Bielefeld nur energisch abgeraten werden. Schon in der ersten Halbzeit wurde es immer ruhiger im Preußenbereich.

Dass die Bielefelder ihre Freude daran hatten, Reste der einst geklauten Curva-Fahne zu präsentieren, machte das Gesamtbild nicht eben besser.
Mit Mühe und Not schleppte sich der SCP in Halbzeit zwei, im Block hofften die Preußenfans auf eine echte Reaktion zur zweiten Hälfte. Die kam nicht. Im Gegenteil, Bielefeld bestimmte eigentlich über weite Phasen das Spiel, wenngleich auch nicht eben eine Vielzahl echter Chancen heraussprangen. Vor allem nicht in der ersten Hälfte.
Was dann aber in der zweiten Halbzeit passierte, setzte dem ganzen unwürdigen Spektakel die Krone auf. Zunächst bekam die Preußenabwehr einmal mehr den Ball nicht richtig aus dem Strafraum heraus. Kollmeier nutzte das zu einem Volleyschuss aus rund 18 Metern, der direkt vor Joswig noch einmal aufprallte und dann ins Tor flatterte. Als wäre das nicht genug, segelte nur zwei Minuten später der nächste Ball von links über Joswig hinweg ins Tor. Der Preußenkeeper wischte den Ball noch mit der Hand, aber nicht mehr aus dem Tor heraus...

Innerhalb von nur wenigen Minuten hatte sich der wenigstens glückliche (eingeplante) Sieg in einen Gruselauftritt verwandelt.
Völlig unverständlich blieb vielen, warum Trainer Kreß bis 13 Minuten vor Ende wartete, ehe er reagierte. Scheinbar völlig teilnahmslos saß er bis dahin an der Seitenlinie, wo doch alle einen Wutausbruch erwartet hätten. Antwerpen kam erst sechs Minuten vor Ende - und (Zufall?) brachte die meiste Gefahr des gesamten Spiels. Zwei Mal hatte er die glänzende Chance zum Ausgleich, beide Male rettete Bielefelds Torwart.
Erst in der Phase nach dem 1:2 setzte der SCP die Arminen unter Druck. Eine Schande, denn im Vergleich zum Hinspiel war Bielefeld am Freitag deutlich weniger stark. Die Niederlage bei diesen Arminen - so verdient sie war - hätte überhaupt nicht sein müssen. Geschlagen hat sich nur der SCP selber. Das ist die ernüchternde Erkenntnis des Abends und genau der Grund, warum der gesamte Auftritt so unerträglich war.



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