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OL Westfalen, 6. Spieltag
Spieldatum: 15.09.2006

SC Preußen - VfL Bochum II 2:1 (0:1)

Aufstellung SC Preußen
Joswig - Wersching, Thamm, Matlik (83. Szollar), Caspers - Brinkmann, Seggewiß (73. Mayer), Ende (C), Siedschlag - Sowislo (51. Piorunek), Gurzynski
(Trainer: Georg Kreß)
Aufstellung VfL Bochum II
Luthe - Könemann, Czyszczon, Fabian, Klinger, Zajas (C), Yilmaz (80. Oppermann), Hille (69. Ziegler), Kratofiel (88. Nimptsch), Lyttek, Güclü
Tore: 0:1 Hille (32.), 1:1 Siedschlag (72.), 2:1 Gurzynski (90.)
Gelbe Karten: Thamm / Luthe, Kratofiel
Rote Karten: Klinger (87. Grobes Foulspiel)
Schiedsrichter: Cetin Sevinc (Dortmund)
Zuschauer: 2650, Preußenstadion
Rund ums Spiel: Amüsante Anekdote zum Thema Zeitspiel. Ab der Mitte der zweiten Halbzeit provozierte Bochum das münsterische Publikum mit immer neuen Zeitschindereien. Behandlungspausen mitten im Strafraum, verzögerte Abschläge: Bochum selber sorgte für die Stimmung unter den Preußenfans durch sein ärgerliches Zeitspiel. Die gelbe Karte gegen Bochums Torwart war überfällig. Doch als nach dem späten 2:1 der Preußen eine letzte Ecke für Bochum folgen sollte, pfiff Schiedsrichter Sevinc einfach ab! Wie von der Tarantel gestochen, jagten Spieler und Offizielle auf das Schiri-Gespann zu, gestikulierten wild und beschwerten sich über den geklauten Eckball. Tja. So geht das eben, wenn man 30 Minuten lang um jede Sekunde gekämpft hat und dann am Ende blöd aus der Wäsche schaut...
Spielbericht: Bochum ist wie Bielefeld stand vor dem Spiel in der münsterischen Presse. Gemeint war: Ein spielerisch starker Gegner, dem schwer beizukommen sein würde. Bochum war wirklich wie Bielefeld: Sogar das Spiel verlief ganz ähnlich und doch war alles etwas anders.
Von Beginn an präsentierte sich Bochum II als starke Mannschaft, doch im gleichen Maße lieferte der SC Preußen eine ganz schwache Anfangsphase ab. Kaum sinnvolle Zuspiele in die Spitze, keine Ideen, keine Leidenschaft und vor allem keinerlei Torchancen. Dabei hatte Trainer Georg Kreß sein Team umgestellt: Erstmals kam Münsters alter Haudegen Ansgar Brinkmann von Beginn an, für den routinierten (aber angeschlagenen) Frank Mayer rückte Sowislo ins Team. Auch Simon Talarek musste raus: Für ihn zog Kreß Alexander Thamm in die Viererkette zurück. Und erstmals wieder von Beginn an dabei war der Kapitän Alexander Ende, der in Münster bisher etwas Pech hatte mit Verletzungen.
Doch trotz (oder wegen?) dieser Umstellungen knirschte es im SCP-Spiel. Dass Bochums bekannt gefährlicher Sebastian Hille den freien Raum nutzte, war keine Überraschung. Das 0:1 nach einer halben Stunde ging völlig in Ordnung. Preußens pomadiges Spiel brachte auch die Zuschauer in Rage. Erstmals in diesem Jahr setzte es lautstarke Pfiffe zur Halbzeit. Sehr viel deutlicher kann man als Zuschauer sein Missfallen nicht artikulieren. Dabei hatte zumindest in den Minuten vor der Pause der SCP bereits einen Zahn zugelegt.
Was immer Kreß in der Halbzeit seiner Trupp erklärte, es muss deutlich gewesen sein. Die zweiten 45 Minuten standen klar im Zeichen der Preußen. Teilweise war es ein echtes Powerplay auf das Tor der Bochumer. Zwar fehlte weiterhin manchmal die letzte Genauigkeit, aber es war nun der SC Preußen, den die Fans sehen wollen.
Seinen Anteil daran hatte Thomas Piorunek, der nach fast überstandener Grippe kurz nach der Pause eingewechselt wurde und sofort zwei glänzende Szenen im Strafraum des VfL hatte.
Aber insgesamt war einfach mehr Leidenschaft drin im Spiel. Im gleichen Maße verlor Bochum die Übersicht und auch die Kraft. Und spätestens als Stefan Siedschlag entschlossen abzog zum 1:1 (72.) schrillten für Bochum die Alarmglocken. Überaus ärgerlich war die Wahl der Mittel: Immer wieder sanken nun Bochumer Spieler scheinbar schwer verletzt oder mit Krämpfen zu Boden - Zeitschinderei der üblen Sorte. Auch Torwart Luthe verzögerte seine Abschläge maximal - ehe er dafür endlich, endlich Gelb sah.
Aber längst war der SCP drückend überlegen, Torchancen für Bochum gab es faktisch nicht in der zweiten Hälfte, es war ein Spiel auf ein Tor. Und dennoch lief dem SCP die Zeit davon. Als viele sich schon zum Ausgang wandten, segelte noch einmal ein Ball in den Strafraum, den Adrian Gurzynski erhielt. Der sah sich links plötzlich frei vor Torwart Luthe, zog ab und traf zum 2:1 (90.)!
Der folgende Jubel war wohlmöglich noch lauter als vor zwei Wochen gegen Bielefeld. Vollauf verdient war der Sieg letztlich, denn was bereits nach dem 0:1 begann, vollendete der SCP in der zweiten Halbzeit deutlich.
Allerdings wird über die erste Halbzeit zu sprechen sein. Völlig unverständlich, warum der SCP nach den jüngsten Erfahrungen in Emsdetten erneut ein ärgerliches und provokantes Spiel aufzog und das Publikum gegen sich aufbrachte.
Letztlich ist das unerheblich: Zwölf Punkte sind eine ordentliche Ausbeute und angesichts des Punktverlustes der Gütersloher war es ein gelungener Abend.


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