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RL Nord, 20. Spieltag
Spieldatum: 03.12.2005

SC Preuen - Hertha BSC II 1:4 (1:3)

Aufstellung SC Preuen
Gling - Kocholl, Beer, Schyrba, Plate (46. Kegel) - Bumer (81. Heineke), Tammen, Probst, Yilmaz - Gockel, Aktas (56. Milde)
(Trainer: Stefan Grdler)
Aufstellung Hertha BSC II
Stuhr-Ellegaard - Lukimya-Mulongoti, Bieler, Hube, Hoene (85. Cubukcu), Mller, Ebert (56. Krecidlo), Chahed, Schmidt, Salihovic - Dejagah (74. Ede)
Tore: 0:1 Dejagah (11.), 0:2 Dejagah (17.), 1:2 Tammen (19. Foulelfmeter), 1:3 Salihovic (35.), 1:4 Chahed (76.)
Gelbe Karten: Beer, Yilmaz
Schiedsrichter: Norbert Grudzinski
Zuschauer: 1700, Preuenstadion
Spielbericht: Hertha BSC Berlin II ist nicht der richtige Gegner. Deutlich zu stark, wie schon im Vorjahr, zerlegten die Nachwuchskicker der Berliner den SCP nach allen Regeln der Kunst. Mit dem behbigen Langsam-Fuball der Preuen war nichts auszurichten gegen Leute wie Dejagah oder Salihovic. Beide trafen wiederholt gegen den SCP, dem die auerdordentliche Demtigung zuteil wurde, gleich dreimal in nur neun Monaten gegen Hertha verloren zu haben.
Von Beginn an stellte Hertha die schnellere und beweglichere Mannschaft, whrend die Preuen nur nebenher liefen. Scheinbar mhelos fielen die Gegentore nach einstudierten Standard-Spielzgen: Flanke von links auf die freigelaufenen Strmer, per Kopf einnicken zum Torerfolg. Das ist Flankentraining und sieht sehr bedauerlich aus, wenn es im Spiel auch noch funktioniert.
Das schnelle 1:2 durch einen Foulelfmeter war wirklich nur Ergebniskosmetik, denn auch wenn die Preuen danach so etwas wie mehr Druck aufbauten, blieb Hertha doch immer gefhrlich. Und sptestens mit dem 3:1 war das Ding gegessen.
Dass die Preuen sich nicht einmal mehr aufbumten, keine echte Gegenwehr zu sehen war, dokumentiert sich auch daran, dass nur Oliver Beer und Cihan Yilmaz sich gelbe Karten abholten. Der Rest der Trmmertruppe lief still und stumm nebenher.
In dieser Truppe fehlt einfach der Kopf: Peter Schyrba steht im Augenblick nur noch neben sich, ist mehr beschftigt mit dauernden Fan-Gesprchen als damit, auf dem Platz seine Leistung abzurufen. Beleg dafr sein unkonzentrierter Kopfball, der fast zum 4:1 per Eigentor gefhrt htte.
Arne Tammen, Routinier und eigentlich Anfhrer einer Mannschaft, ist ein derart ruhiger Typ, dass allein seine Anwesenheit der Mannschaft nicht viel bringt.
ber Sebastian Plate decken wir den Mantel des Schweigens, vllig von der Rolle ist wohl noch nett formuliert. Und der Rest der Mannschaft? Mitlufer, Duckmuser und Galerietnzer.
Viel beklagt wurde, dass nicht mal die einfachsten Forderungen umgesetzt werden konnten: Wenn nichts mehr geht, dann doch bitte wenigstens Einsatz bis zum Umfallen. Aber davon war wenig zu spren. Und dann passt es ins Bild, wenn Tino Milde aus fnf Metern frei vor dem Tor nur den Keeper ankpft und nicht das 2:3 erzielt.

Natrlich ist das Team verunsichert, in so einer Situation geht eben nichts mehr zusammen. Aber im Gegensatz zu den Vorjahren scheint das Team 2005/2006 nicht gesegnet zu sein mit Spielern, die einfach mal die ganz simplen Dinge probieren. Wie sich das im Abstiegskampf auswirkt, mag sich jeder denken.

Die Reaktion der Fans aus der Kurve war berdeutlich und auf der Grenze zum unkontrollierten Wutausbruch, aber immerhin nachvollziehbar. Einem normalen Menschen ist ohnehin nicht zu erklren, warum ein Klub ber nun fnf Jahre (!) ununterbrochen gegen den Abstieg spielt und sich dabei als lernresistent gegenber allen Eindrcken erweist. Unvorstellbar, dass ber Jahre hinweg der gleiche Fehler gemacht wird: Nach jeder Saison werden zwlf Spieler abgegeben und ersetzt durch einen Haufen Oberliga-Kicker oder Ersatzspielern der Regionalliga, denen Potenziel zugesprochen wird, das nie abgerufen wird.
Nur um dann in jeder Winterpause den Trainer zu feuern und dann Nachverpflichtungen zu ttigen. Dass dieses System am Ende gnstiger sein sollte als einfach mal vor der Saison zu handeln, kann einem niemand erklren. Die ganze Planlosigkeit des SCP hat die Grenze zur Peinlichkeit schon lange berschritten. Dem neuen Prsidium ist das nicht alles vorzuwerfen, immerhin ist es erst seit wenigen Monaten im Amt, aber scheinbar beharren de Angelis und seine Mitstreiter darauf, alle bekannten Fehler einmal selber zu machen.


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