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RL Nord, 7. Spieltag

Spieldatum: 03.09.2005, 00.00 Uhr

SC Preußen - SG Wattenscheid 09 0:4 (0:1)

Aufstellung SC Preußen

Gößling - Kocholl, Beer, Schyrba (C), Plate (66. Milde) - Noutsos (77. Schupp), Yilmaz, Probst, Bäumer - Weerman (77. Aktas), Gockel
Aufstellung SG Wattenscheid 09

Joswig - Katriniok, Koitka, Matlik, Terranova (C), Matarazzo, Caspers, Baumann - Toborg (84. Pereira), Iyodo (88. Cornelius)
Trainer: Colin Bell
Tore: 0:1 Toborg (24.), 0:2 Iyodo (59.), 0:3 Koitka (72.), 0:4 Caspers (90.)
Zuschauer: 3850, Spielort Preußenstadion
Schiedsrichter: Karl-Markus Schumacher
Gelbe Karten: Beer, Schyrba / Matarazzo

Ernüchterung macht sich breit. Die Preußen waren nach den Siegen gegen Chemnitz, in Jena und gegen Kiel auf einer kleinen Euphoriewelle. Das fast chancenlose Spiel in Osnabrück war ärgerlich, die 0:4-Klatsche gegen den Aufsteiger Wattenscheid war eine Megapleite, eine Katastrophe. Exakte 20 Minuten Schwung und Druck entfachte der SC Preußen, danach setzte die SG Wattenscheid den ersten sinnvollen Konter, Oliver Beer wurde böse versetzt und in der Mitte durfte Lars Toborg ungedeckt abstauben.
Das 0:1 war zu diesem Zeitpunkt ein Witz und geradezu lächerlich. Unter den 3850 Zuschauern dachte sicher jeder sofort an das 0:1 gegen Holstein Kiel, das die Preußen doch noch souverän umbogen.
Doch diesmal verschlug es den Preußen den Atem. Bis zum Ende des Spiels erspielte sich der SCP keine echte Torchance mehr - das ist ein echtes Phänomen, das die Preußen schon in Osnabrück, in Jena, in Berlin und nun erneut zeigten. Da liegt ein echtes Problem vor, das der Trainer unbedingt angehen muss. Colin Bell war ohnehin verwundert: Da sind Sachen passiert, die wir bisher im Training nicht gesehen haben und im Spiel nicht war er etwas ratlos nach der Partie. Unerklärlich besonders, weil die Preußen ja energisch und sehenswert begannen.
Aber nur ein Tor brachte den SCP zum Einbruch. Peinlich und dreifach ärgerlich, dass es wie in alten Zeiten am Ende eine echte Minusleistung wurde und eine herbe Heimklatsche, die viele Zuschauer erneut vergrätzen wird. 0:4 zu Hause gegen einen Aufsteiger - das ist indiskutabel. Zumal Wattenscheid maximal zweckdienlich spielte, aber nicht sehenswert. Die Gäste schaukelten allerdings die Partie entspannt herunter, während sich der SCP erst aufrieb, dann aufgab und am Ende offenesichtlich keinerlei Böcke mehr hatte, das Ergebnis erträglich zu gestalten.
Und genau darüber darf man sich mit Recht ärgern. Das Team, das bisher die zweitwenigsten Tore kassiert hatte, ergab sich wie ein Anfänger den wahrlich nicht übermächtigen Gästen aus Wattenscheid. Das überraschte eben auch Colin Bell. Sehr prima, dass nun ausgerechnet RW Essen wartet. Nach den Erfahrungen der letzten beiden Spiele darf das Schlimmste befürchtet werden - drei Null-Punkte-Spiele sind vorgezeichnet. Oder?

Das steht im Kicker:
Die Anfangsphase der Preußen war zumindest schwungvoll, doch nach dem ersten Tor verlor Münster jegliche Linie. Die Elf agierte ohne taktische Grundordnung und Disziplin, ihr Offensivspiel war durchschaubar und erschreckend harmlos.
Wattenscheid war in allen Belangen besser, beherrschte den Gegner nach Belieben und gewann sogar in dieser Höhe verdient. Baumann organisierte die sichere Abwehr glänzend, Özkaya entwickelte mehr Ideen als das gesamte Mittelfeld der Preußen, im Angriff erwies sich der Aufsteiger jederzeit als gefährlich.
Gerd Stephan


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