Zurück zur Startseite |
| RL Nord, 10. Spieltag Spieldatum: 25.09.2004, 00.00 Uhr | |
SC Preußen - Wuppertaler SV 4:1 (2:1) | |
| Aufstellung SC Preußen Poggenborg - Neunaber, Schyrba, Niang, Bäumer - Küsters, Tammen, Hayer, Schäper - Logermann (60. Fischer), Seidel (46. Gockel) | Aufstellung Wuppertaler SV Maly (62. Schell) - Baumann, Narewsky, Stuckmann, Bayertz, Pfingsten, Kohout (46. Gaißmayer), Tavarez (46. Sowislo), Reckert, Gensler, Terranova |
| Trainer: Hans-Werner Moors | |
| Tore: 0:1 Kohout (5.), 1:1 Tammen (44.), 2:1 Tammen (45.), 3:1 Küsters (54.), 4:1 Gockel (84.) | |
| Zuschauer: 2700, Spielort Preußenstadion | |
| Schiedsrichter: Bibiana Steinhaus (Hannover) | |
Gelbe Karten: Fischer, Hayer / Terranova, Narewsky, Beckert | |
Kann man so ein Spiel beschreiben? Der SC Preußen lieferte rund 44 Minuten eines der schlechtesten Spiele der jüngeren Vergangenheit ab. In jeder Hinsicht unterbot der SCP an Harmlosigkeit und Ideenlosigkeit alle Auftritte der letzten Wochen und Monate. Und das war schwer genug angesichts der katastrophalen Auftritte in dieser und den vergangenen Spielzeiten. Keine Torchance für den SCP in 44 Minuten, keine Bewegung im Spiel. Wäre Wuppertal etwas energischer gewesen, die Gäste aus dem Bergischen hätten den SCP glatt abgeschossen. Doch die Wuppertaler, durch ein frühes Tor von Kohout in Front liegend, stellten sich nicht geschickt an. Sie spielten auch keinen glänzenden Fußball und eben auch keine Vielzahl von Chancen. Mit einer geradezu mittelmäßigen Leistung hatten sie den SCP zu jeder Zeit fest im Griff. Unvorstellbar zu dieser Zeit, dass sich daran etwas ändern würde. Und endlich wachte auch das münsterische Publikum auf und nahm das üble Spiel der Preußen nicht mehr einfach kommentarlos hin. Von der Tribüne setzte es böse Kommentare Richtung Trainer und Sören Seidel, der gestern einfach gar nicht stattfand. Und die Verunsicherung griff um sich, Moors lieferte sich Wortgefechte mit Tribünengästen, das Publikum pfiff ab der 35. Minute die eigene Mannschaft aus. Und ihr wollt Preußen sein? skandierten die erbosten Fans, sie hatten Recht. Was der SCP hier ablieferte, war eine Frechheit und schlicht inakzeptabel. Doch mitten in die Pfiffe und die schlechte Stimmung hinein stieß Arne Tammen eine Hereingabe von der linken Seite energisch ins Tor und sorgte für den Ausgleich. Der sorgte für verdutzte Mienen allenthalben. Die erstaunten Gesichter wurden noch länger, als nur eine Minute später der gleiche Spiele einen Freistoß zum 2:1 ins Tor wuchtete. Trainer Werner Kasper sagte später in der Pressekonferenz, diese beiden Minuten hätten ihn entsetzt. Aus dem Nichts heraus drehte der SCP einen Rückstand um in ein 2:1 - keine Frage: Das war glücklich, unverdient und dem Spielverlauf nach geradezu lächerlich. Aber dann geschah eine wundersame Wandlung: Aus der Kabine kam der SCP gänzlich verändert. Mit Schwung - nicht glänzend, aber eben energisch und mit Tempo - setzte der SCP den Gästen zu. Und die waren sichtlich konsterniert und völlig verdattert. Nichts ging mehr zusammen beim WSV, eine Halbzeit lang trat der Gast völlig ab. Nur noch der SCP kombinierte und hatte nun auch das Glück zur Seite, als Hayer einen klasse Pass auf die rechte Seite zu Oliver Logermann schlug, der klug auf Stephan Küsters ablegte und der Preuße satt zum 3:1 traf. Wuppertal war endgültig geschlagen und bäumte sich nicht einmal auf. Die Bergischen waren einfach platt und wehrten sich nicht einmal mehr. Da passte es ins Bild, dass der für neun Spieltage ausgemusterte Carsten Gockel in seinem ersten Spiel für den SCP gleich zum 4:1 traf und dem Torwart Daniel Schell einen erstklassigen Beintunnel verpasste... Ein Spiel mit zwei Halbzeiten wie Tag und Nacht, ein unvorstellbarer Wandel zur zweiten Hälfte. Doch wiegt eine gute zweite Halbzeit das Katastrophenspiel der ersten Hälfte auf? Ist nun die erste Hälfte eher typisch für diese Saison oder war die zweite Hälfte der wahre SCP? Die Preußen müssen sich den Respekt der Preußenfans erst noch erarbeiten, denn es ist nicht zu vergessen, was in Halbzeit eins geschah. | |
Zurück zur Startseite |